Sonntag, 14. Dezember 2014

Fünf genetische Linien beherrschen den Markt und wir essen, was uns die Industrie vorsetzt

Gehört zu jeder kleinen Hühnerschar
Extrem hohe Legeleistung und starker, schneller Fleischansatz sind die Kriterien für die industrielle Hühnerhaltung aus der in aller Regel unser Frühstücksei oder unser Grillhendl kommen. Hier wird nicht eine der noch rund 150 Hühnerrassen eingesetzt, sondern leistungsstarke Hybridtiere. Ihre Effektivität verdanken sie dem gezielten Selektieren und Kreuzen von Tieren, heraus kommen die sogenannten Hybridhühner. Deren genetische Eigenschaften lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres vererben, ihre Nachkommen wären völlig unterschiedlich. Damit die geforderte Einheitlichkeit garantiert ist, müssen wirtschaftlich orientierte Betriebe immer neue Tiere bei den weltweit nur noch sehr wenigen (5 !) Zuchtbetrieben zukaufen. Unser Frühstücksei, sofern aus industrieller Hühnerhaltung oder eben auch unser Grillhähnchen, entstammt einer dieser fünf genetischen Linien, mit all den negativen Eigenschaften, wie z. B. gleich fader - weil unterschiedsloser Fleischqualität. Dabei haben
Hühner, so wie die unterschiedlichsten Rassen anderer Nutztiere ebenfalls, so viel mehr zu bieten, als Einheitsei und Einheitsfleisch, wie ein Blick in die Rassebeschreihungen auf den Seiten der GEH zeigt.

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)

The Society for the Conservation of Old and Endangered Livestock Breeds (GEH)

Bekannt ist die Rote Liste aus dem Bereich der Wildpflanzen und Wildtiere. Aber auch im landwirtschaftlichen Umfeld kommt und kam es bereits zu erheblicher Einengung der genetischen Vielfalt. Allein in Bayern gab es noch Ende des 19. Jahrhunderts 35 Rinderrassen, heute sind davon nur noch 5 Rassen zu finden. Meist nur drei bis vier Rassen je Tierart beherrschen den Zuchttiermarkt.
 
Um auf die Situation des Verlustes auch landwirtschaftlicher Nutztiere hinzuweisen, gibt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) eine alljährlich überarbeitet 'Rote Liste der bedrohten Nutztierrassen im Bundesgebiet' heraus und benennt Kontakpersonen für interessierte Züchter. Letztendlich verlieren wir nicht nur die betroffenen Tierrassen, sondern auch die Vielfalt ihrer geschmacklichen Eigenheiten - schließlich ist z. B. Hühnerei nicht gleich Hühnerei und Entenfleisch nicht gleich Entenfleisch. Zur Seite der GEH.

Landwirtschaftliche Betriebe leisten aktive Erhaltungsarbeit für gefährdete Nutztierrassen

http://www.g-e-h.de/geh/index.php/das-arche-projekt
Inzwischen sind bundesweit 70 Arche-Höfe registriert und es werden gottlob jährlich immer mehr Betriebe, die sich dieser Initiative anschließen.

Was Sie als Verbraucher bzw. Landwirt zu einem möglichst artenreichen Erhalt unserer Nutztiere beitragen können, erfahren Sie auf den Seiten der Arche-Höfe.

 


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